Bearded Collie: der Collie, der nicht wie ein Collie aussieht

Bearded Collie

Wer an Collies denkt, hat bestimmt schnell die alte US-amerikanische Fernsehserie 'Lassie' im Gedächtnis.

Viele Menschen haben sicherlich schon einen Bearded Collie gesehen, aber dabei nie vermutet, dass es sich um einen englischen Collie, einen schottischen Schäferhund, handeln könnte.

Sein Verwandtschaftsgrad zu den Kurzhaar und Langhaar Collies ist auch eher entfernt, er steht wesentlich näher am Border Collie.

Allerdings wurde er für andere Hütearbeiten herangezogen. Daher ist er auch nicht so anspruchsvoll in der Haltung wie der Border Collie.

Alle Collie Rassen im Überblick

Collie Rassen

Grundsätzliches zum Bearded Collie

Die Bearded Collies im FCI-Rasse-Standard

Der Bearded Collie wird auch als Beardie Collie, Hairy Mou ed Collie, Mountain oder Highland Collie sowie als Beardie bezeichnet. Bearded Collie ist als bärtiger Collie zu verstehen.

Wie alle Collies gehört er zur Gruppe 1 der Treib- und Hütehunde ohne Schweizer Sennenhunde sowie der Sektion 1 'Schäferhunde'. Die Widerristhöhe der Rüden liegt bei einem Gewicht von 23 bis 28 kg zwischen 53 und 56 cm.

Die Widerristhöhe der Hündinnen beträgt 51 bis 53 cm bei einem etwas niedrigeren Gewicht von 18 bis 22 kg.

Wesen und Aussehen nach FCI-Standard

Bearded Collie: Charakter, Erziehung, Gesundheit

Der Bearded Collie besitzt einen kräftigen, mittelgroßen Körperbau, ist aber dennoch schlang und agil. Zusammen mit dem Fell sollte er einen großzügigen Bodenabstand haben und in der Folge weniger schwer wirken.

Beardies sind aktiv und aufgeweckt. Die Reizschwelle ist außerordentlich hoch, entsprechend werden ihm weder Aggression noch Nervosität nachgesagt. Typisch für einen Hütehund ist er aufmerksam, selbstsicher, intelligent und zuverlässig.

Das Aussehen der Bearded Collies laut FCI-Standard

Das Aussehen der Highland Collies ist natürlich durch sein sehr langes Deckhaar geprägt. In der Länge sollte es ausreichend Länge bieten, um den Hund gegen klimatische Einflüsse zu schützen.

Es sollte aber nicht so lange sein, dass die Konturen des Hundes nicht mehr zu erkennen sind. Außerdem darf das Fell nicht getrimmt werden. Dem widersprechen die als reine Showhunde gezüchteten Showlinien, von denen ernsthaft abzuraten ist.

Unter dem kräftigen zottigen und harten Deckhaar ist das dichte, wollige, beinahe schon flauschige Unterfell. Das Deckhaar ist übrigens doppelt. Kinn, Wangen und Unterlippen sind geprägt von langem Fell, das wie ein Bart bis zur Brust reicht.

Die Farbschläge sind ebenfalls weitgehend festgelegt:

Die Geschichte des Bearded Collies

Die Geschichte des Bearded Collies unterscheidet sich von der der Langhaar und Kurzhaar Collies. Es wird angenommen, dass sie im Mittelalter den Weg aus Vorderasien und Osteuropa nach Schottland schafften. Das zottelige Fell entspricht weitgehend Hüte- und Hirtenhunden dieser Regionen.

Es ist davon auszugehen, dass die Beardies dann von schottischen Farmern auf ihre speziellen Bedürfnisse weiter gezüchtet wurden. Sie ergänzen die umfangreichen Arbeiten, die zum Teil vom Border Collie übernommen wurden, in den Bereichen, wo der Border Collie weniger gut geeignet war.

Der Border Collie blieb bei seinem Schäfer und trieb die Tiere zu ihm. Der Bearded Collie hingegen war auch für Tiere verantwortlich, die sich weit von der Herde entfernten.

Seine Aufgabe war es, diese versprengten Tiere eigenständig zurückzuführen. Dabei beschränkte sich die Arbeit nicht nur auf Schafe, ebenso wurde er bei Vieh eingesetzt.

Fotos von Bildern um 1900 zeigen den Beardie noch mit einem relativ kurzen langen Fell. In den 1940ern und 50ern setzte sich eine Dame, Mrs. Willison, stark für den Erhalt der Rasse ein, sodass sie uns bis heute erhalten blieb.

Noch bis vor 20, 30 Jahren waren Beardies sehr zottelig, allerdings haben sich die Ansprüche grundlegend geändert. In diesem Zusammenhang ist bei den Beardies von Showlinien zu warnen - dazu aber später mehr.

Bearded Collies als Haustier

Der Bearded Collie wird immer noch als Hütehund gezüchtet, doch schon bald richtete sich die Aufmerksamkeit auch wegen der

als Familienhund auf den Beardie. Dieser Rolle wird er bestens gerecht.

Auch für Familien mit Kindern sind Beardies bestens geeignet, doch kein Hund, egal welcher Rasse, sollte je unbeaufsichtigt mit Kindern spielen dürfen. Wegen seiner Gene, bei denen eine Selektierung als Hütehund erfolgte, ist es unerlässlich, dass der Mountain Collie unbedingt zwei bis drei Stunden Auslauf täglich bekommt.

Der Hund benötigt diese Bewegung bei wirklich jedem Wetter. Daher ist er auch für kleine Fahrradtouren gut geeignet. Wegen seiner Intelligenz brauchen die Highland Collies auch Kopfbeschäftigung.

Im Rudel, also der Familie, ist der Bearded Collie unproblematisch und fügt sich schnell in seine Position ein. Er ist kein Hund für ausschließlich draußen oder den Zwinger. Er muss aktiv in der Familie integriert sein.

Die Auswahl des richtigen Bearded Collies

Viele alte Hunderassen wurden zur Arbeit gezüchtet. Oftmals, so auch die Collies, als Schäfer- und Hütehunde. Dementsprechend sind die benötigten Eigenschaften dieser Tiere gefördert worden. Viele dieser ehemaligen Arbeitstiere finden aber auch den Weg als Familienhund in die Wohnung.

Leider wird hier oftmals mehr Wert auf die Optik als den Nutzen gelegt. Denn erst der Nutzen machte diese Tiere intelligent, zuverlässig und nützlich. Weil aber viele Menschen ihre optischen Vorstellungen bei der Zucht umsetzen wollen, geht bei einigen Züchtern das Engagement in diese Richtung.

Das erfolgt zum Leidwesen der Tiere, denn Charaktereigenschaften und mögliche genetische Probleme sind für solche Showlinien-Hunde oftmals sekundär. Daher werden auch Beardies gezüchtet, deren Haar viel zu lange ist.

Noch schlimmer aber sind genetische Defekte und Neurosen, die die Hunde erlangen. Daher sollte von Hunden solcher ausgesprochenen Showlinien deutlich Abstand genommen werden.

Bei einem vorbildhaften Beardie-Züchter sind die Tiere im Haus, im Freien und im Gehege. Der Züchter kann transparent alles über alle seine Tiere dokumentieren. Nur solche Züchter nehmen auch den Charakter der Hunde ernst.

Bearded Collies - erstklassige Familienhunde

Der Bearded Collie ist einer der besten Familienhunde, die man sich nur vorstellen kann. Selbst trotz des vielen Fells ist er relativ pflegeleicht. Rund eine halbe Stunde Fellbürsten pro Woche ist ausreichend, im Nacken sollte täglich gekämmt werden, also liegt der tägliche Aufwand neben der Beschäftigung im Minutenbereich.

Der den Menschen aufgeschlossene und anhängliche Beardie besticht durch Lernfreude, gute Manieren und weiß immer, wie er seine Menschen beeindrucken kann.

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