Die Collie-Erziehung ist von seinem Charakter beinflusst

Collie-Erziehung

Grundsätzlich gibt es auch bei der Erziehung von einem Collie das zu beachten, was auch für alle anderen Hunde gilt.

Also die Besonderheiten vom Welpen über den heranwachsenden Hund bis hin zum ausgewachsenen Collie.

Daneben spielt aber das Wesen des Collies eine große Rolle, wie das Erziehen umgesetzt wird.

Unterschiede zwischen den einzelnen Collies, also beispielsweise dem englischen oder amerikanischen, sind ebenfalls eher marginal.

Die besonderen Attribute des Collies

Unterwürfigkeit und Unterordnung des Collies

Die rassespezifischen Eigenschaften sind bei der Hundeerziehung ausgesprochen wichtig. Als eine Rasse, die zum Hüten gezüchtet wurde, zeichnen sich Collies durch eine grundsätzlich gut ausgeprägte Unterwürfigkeit aus.

Das Verlangen, der Rudelführer zu sein, ist eher untergeordnet. Überhaupt müssen bei dieser Rasse Aggressionen lange gesucht werden. So sind Collies alles andere als bissig.

Durch dieses unproblematische Unterordnen benötigt der englische Schäferhund aber eine sichere Führung. Die Fixierung auf seinen Rudelführer, den Menschen, ist enorm. Einer ausgesprochen wichtigen Bedeutung wird Vertrauen zuteil.

Als speziell gezüchteter Hüterhund sind Collies auch Arbeitshunde, brauchen also Beschäftigung. Zusammengefasst bedeutet das, dass Collies eine selbstbewusste Führung brauchen, wobei eine ausgeprägte Vertrauensbasis wichtig ist.

Collies sind Schäferhunde

Als Hüterhund werden der Rasse auch Agilität und Aktivität abverlangt, entsprechend wollen Collies beschäftigt sein. Das Erziehen des Hundes ist dabei ein fortwährender Prozess, der sich lediglich über die Wachstumsphasen vom Welpen zum ausgewachsenen Hund unterscheiden lässt.

Collies sind zudem ausgesprochen intelligent. Die enorme Fixierung auf seinen Menschen liegt ebenfalls in seiner Bedeutung als Hütehund begründet. Hund und Hirte müssen ständig einen Draht zueinander haben und quasi im engen Kontakt stehen.

Diese Hüte-Attribute vom Collie sind es letztendlich, auf die mit besonderer Aufmerksamkeit zu achten ist. Keinesfalls darf es der Besitzer dem Collie gestatten, weitere Tiere im Haushalt oder gar Kinder zu hüten. Er muss seine Position schon früh im Welpenalter kennenlernen.

Collies sind außerdem Gefühlshunde

Durch den engen Draht, den diese Hunde zu ihren Besitzern haben, reagieren sie nicht nur auf deren Befehle, sondern auch auf deren Gefühlslage. Beinahe lässt sich sagen, Collies sind sensible Hunde.

Ist der Besitzer deprimiert, drückt sich das beim Hund aus. Ebenso, wenn der Besitzer nervös oder gar ängstlich ist. Daher zuvor die Aussage, dass der Besitzer von einem Collie Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit ausstrahlen sollte.

Die sozialen Phasen des Heranwachsens beim Collie

Wie bei anderen Hunden auch, nimmt die Erziehung Bezug auf die verschiedenen Phasen des Heranwachsens. Die erste Sozialisierungsphase beginnt bereits beim Züchter, daher ist sie nicht aufgeführt.

Allerdings befinden sich Hunde sowieso während des Heranwachsens auch in einer dauernden Sozialisierungsphase. Die wichtigsten Phasen sind die folgenden:

Die Zeit des Entwickelns eines Umgebungsbewusstseins

Die erste Sozialisierung erfolgte bereits durch die Mutter. In der Zeit, in der der Welpe in sein neues Zuhause kommt, wird die Sozialisierung immer noch maßgeblich geprägt. Zugleich entwickeln die Welpen aber eben auch ein Bewusstsein für ihre Umgebung.

Es ist die Zeit, in dem das Collie-Baby seine neue Familie kennenlernt. Außerdem lernt er seine Umgebung kennen, wie auch Dinge die er kennenlernen soll und solche, die er nicht tun darf. Die spannende Erziehung beginnt nun ebenfalls.

In dieser Zeit entsteht auch die enge Bindung zu seinem Rudelführer bzw. seiner neuen Familie. Der Welpe wird immer wieder Grenzen ausloten, in deren Schranken er unbedingt verwiesen werden muss.

Wegen des sensiblen Charakters sind hier von menschlicher Seite viel Ruhe, aber auch Zuspruch und Lob gefordert, wenn der Welpe etwas richtig macht. Überschreitet er Grenzen, reicht ein bestimmendes 'Nein' oder 'Aus' bei Collies meist völlig aus.

Die Rangordnungsphase

Es ist eine völlig normale Phase, die in der Natur eines jeden Hundes liegt. Der Welpe sucht und fordert seine Position im Rudel heraus - nichts anderes ist die Familie. In dieser Zeit beißen die Welpen auch gerne.

Schmerzhaft ist das absolut nicht, dafür sind die Hunde viel zu klein. Aber das richtige Maß an Konsequenz (Schnauzgriff) in der Erziehung ist jetzt ein unbedingtes Muss, um dem kleinen Welpen seine Rudelposition aufzuzeigen - die er dann auch dank der unproblematischen Unterordnung schnell akzeptieren wird.

Neben den innigen Kontakten zu seinem Menschen/der Familie ist der Kontakt zu gleichaltrigen Hunden ebenfalls ausgesprochen wichtig in dieser Phase. Nur so erlernt der Hund seine natürliches Sozialverhalten. Welpenschulen bieten sich hier an. Weniger zum Lernen, dafür vielmehr wegen dem Kontakt zu anderen Welpen.

Fluchtinstinkte und Trotzphase

In dieser Zeit sieht der Hund plötzlich Dinge, die er zuvor nicht wahrgenommen hat. Teilweise erschrecken ihn diese Dinge. Ihm diese Ängste zu nehmen, ist nun wichtig. Längst sollte der junge Collie zudem seine ersten Befehle kennen.

Wer mit seinem heranwachsenden Hund ins Freie geht, wird nun merken, dass das Zurufen nicht mehr funktioniert. Der Hund hört die Rufe seines Menschen und der wiederum merkt auch genau, dass der Hund sie durchaus wahrnimmt. Aber er ignoriert sie wirklich trotzig - frei nach dem Motto 'Was interessiert mich das?'

Auch in diesen Situationen ist es ausgesprochen wichtig, die Ruhe zu bewahren. Kommt der Hund nach einigem Zögern, aber eben zu spät, reagieren einige Hundehalter mit schimpfen. Dabei bewirken sie aber das Gegenteil.

Kommen wird vom Hund nun mit etwas Negativem assoziiert. Wie in vielen anderen Bereichen sind es Leckerlies und ausgesprochen viel Lob, die zum Erfolg führen - dazu aber später mehr.

Die Reifungsphase

Der Bezug zwischen Halter und Hund stabilisiert sich weiter. In dieser Phase sind es weniger Besonderheiten in der Erziehung, die hervorstechen. Vielmehr verändert sich der Hund jetzt, denn er verlässt die Welpenecke hin zum ausgewachsenen Hund.

Allerdings sind Collies im wahrsten Sinn des Wortes Spätzünder. So kann das endgültige Auswachsen bis zu vier Jahre dauern - bei kastrierten Rüden sowieso. Diese Phase ist von deutlichen Fellwechseln geprägt. Collies verlieren jetzt übermäßig viele Haare. Die Besitzer müssen nicht erschrecken, das ist völlig normal.

Die Adoleszenz

Wie bereits eingangs erwähnt, sind Collies von Haus aus untergeordnet und unterwürfig. Die mit der Adoleszenz einhergehenden Aggressionen werden daher nur ausgesprochen selten zwischen Hund und Halter ausgetragen, dafür aber in zum Teil ausgeprägt selbstbewussten Kämpfen mit anderen Hunden. Auch die starke Beißhemmung von Collies kommt dieser Phase positiv entgegen.

Richtiges Verhalten bei der Erziehung von Hunden allgemein

Hunde sind Tiere

Menschen neigen dazu, ihr natürliches Verhalten, das beispielsweise bei der Erziehung von Kindern zum Tragen kommt, auch auf Tiere zu übertragen. Doch der Hund wird zum Beispiel schimpfen nicht verstehen. Gerade die bereits genannte Situation in der Trotzphase, wo der eigene Hund nicht mehr hören will, ist ein perfektes Beispiel.

Denn früher oder später kommt der Hund. Wird er dann geschimpft, versteht er 'aha, wenn ich komme, gibt es Ärger'. Gerade der sensible Collie kann hier buchstäblich verstört reagieren.

Dasselbe gilt, wenn es mit der Leine nach draußen gehen soll. Wird der Hund gerufen, die Leine angelegt und der Hund muss dann sofort mit - womöglich funktioniert das an der Leine und bei Fuß gehen ebenfalls noch nicht - signalisiert ihm die Leine zukünftig, dass etwas Unangenehmes bevorsteht.

Lob, Leckerlies, Bestrafen bei der Collie-Erziehung

Collies sind Familien- aber auch Hütehunde und damit Arbeitstiere. Sie wollen also viel Beschäftigung. Eine intensive Beziehung mit bestimmter Ruhe sollte die Basis bilden. Mit viel Lob, das immer wieder in denselben geübten Situationen gegeben wird, erkennt der Hund seine Anerkennung. Dann bereitet ihm das Mitarbeiten Freude und es funktioniert einfacher.

Die Geheimwaffe überhaupt sind wohl Leckerlies. Damit sollten auch Befehle von Anfang an geübt werden. Keinesfalls den Hund mit Gewalt in 'Platz' oder 'Sitz' drücken. Erst, wenn der Hund den Befehl erfolgreich ausgeführt hat, gibt es das Leckerlie - andernfalls der Hund mit Nicht-Beachtung bestraft. Sitzt eine Übung, wird auch ohne Belohnung geübt - mal gibt es etwas Leckeres, mal nicht.

Wer eine Mutterhündin mit ihren Welpen beobachtet, wird feststellen, dass die Hündin in bestimmten Situationen in die Schnauze beißt. Ihre Welpen reagieren darauf instinktiv. Mit bestimmtem, aber schmerzfreiem Druck können Hundehalter das bei der Erziehung imitieren (Schnauzgriff). Im äußersten Fall wird der Hund dabei mit der Schnauze auf den Boden gedrückt, nach wenigen Sekunden lässt der Halter dann los.

Das hat bei der Hundeerziehung nichts zu suchen

Einige vermeintliche Hundeprofis geben Tipps wie den Hund in Rückenposition zu bringen, dass er den Bauch zeigen muss. In der Natur zeigt sich dieses Verhalten eigentlich nur bei Raufereien. Der Hundehalter sollte das keinesfalls praktizieren, da das sehr viel Vertrauen kosten wird.

Der Hund wird damit unangenehm in eine Verliererposition gezwungen. Ebenso keinesfalls den Hund schlagen - weder mit der flachen Hand noch mit einer Zeitung. Damit einher geht Vertrauensverlust, der - wenn überhaupt - nur sehr schwer wieder aufgebaut werden kann.

Die Erziehung vom Collie ist dabei nicht nach ein paar Jahren abgeschlossen - bei keinem Hund. Aber Collies sind extrem lernfähige Hunde und schon bald werden sie ihren Menschen verstehen - und folgen. Einfach ein eingespieltes Team darstellen.

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