Langhaar-Collie

Die Anforderungen an die Haltung der meisten Collie-Rassen unterscheiden sich nicht großartig von der von anderen Hunden.

Vielleicht ist sie sogar im Gegensatz zu anderen Hunden für den einen oder anderen zukünftigen Hundehalter einfacher.

Dennoch haben auch Collies ihre Besonderheiten, die Berücksichtigung finden sollten.

Nachfolgend umreißen wir die Haltung von:

Amerikanische/englische Kurzhaar und Langhaar Collies

Voraussetzungen für eine artgerechte Haltung von Collies

Amerikanische und Englische Collies sowohl als Kurzhaar und Langhaar Collies unterscheiden sich lediglich im Aussehen, beim artgerechten Halten gibt es jedoch keine wirklichen Unterschiede. Es sollte jedoch immer bedacht werden, dass die Aussagen allgemeingültig sind. Es gibt immer wieder Collies, die nicht den typischen Verhaltensmustern ihrer Rasse entsprechend und sich völlig unterschiedlich verhalten.

Die Haltung von Collies ist denkbar einfach. Zunächst einmal sollten grundsätzliche, 'physische' Umstände bedacht werden. Das Halten eines Collies ist sicherlich auch in einem Apartment möglich, doch sollte die Frage gestattet sein, ob der Hund genügend Platz hat, sich auch zurückzuziehen. Wohnungen in oberen Stockwerken ohne Aufzug können ein Problem darstellen.

Alle Hunde haben Angst vor Treppen, nicht jedem Hund kann das Begehen einer Treppe anerzogen werden, andere stolpern förmlich über sich selbst, wenn sie eine Treppe hinablaufen, was zu schweren Verletzungen führen kann. Das Tragen eines bis zu 25 kg schweren Hundes in den 5. Stock kann ebenfalls ganz schön an die Substanz gehen.

Der zeitliche Aufwand

Ein Hund benötigt auch Zeit. Zeit, in der sein Halter mit ihm spazieren geht. Mit Collies genügen auch kurze Ausflüge, aber eine halbe Stunde bis Stunde sollte doch eingeplant werden - mindestens morgens und abends, besser noch auch mittags.

Der Collie ist ein sensibler Hund, der echten Anschluss zu seiner Familie sucht. Alleine zu sein, entsprecht also in keinster Weise seinem Naturell. Optimal ist es, wenn ein Familienmitglied immer daheim ist oder wenn er sogar mit zur Arbeit genommen werden kann.

Alternativ gibt es in zahlreichen Städten inzwischen auch Hundetagesstätten, doch selbst bei bester Behandlung dort sollte es gut überlegt sein, den Hund täglich in fremde Hände zu geben. Der Collie ist kein Hund für den Zwinger oder das Freie. Der Collie sucht den intensiven Familienanschluss. Bekommt er den nicht, kann er seelisch verkümmern.

Die Erziehung des Collies

Ein sehr wichtiger Aspekt bei der Haltung von Collies ist die Erziehung. Hier gilt zu beachten, dass Collies sensibel sind, andererseits bleiben es aber Hunde. Das bedeutet, der Collie benötigt eine sichere und selbstbewusste, aber ebenso eine gefühlvolle Hand, die ihn führt.

Schreien, Wutausbrüche und nervöses Verhalten verunsichern Collies extrem. Am Ende steht ein Hund, der gar nicht mehr weiß, was richtig oder falsch ist. Schläge haben überhaupt nichts in der Hundeerziehung zu suchen. Der Hund kann nur instinktive Verhaltensmuster deuten - das Schlagen (durch seine Mutter) gehört definitiv nicht dazu.

Damit wird eine von Angst beherrschte Unterwürfigkeit aufgebaut, aber das ist kein Miteinander. Das Verhalten zwischen Mensch und Hund muss von Respekt und Vertrauen geprägt sein.

Viele Befehle lernen Collies wie andere Hunde auch durch Belohnung. Eine Tüte voller Leckerlies bewirkt Wunder. Zunächst wird mit kleinen Befehlen wie 'Sitz' begonnen, schnell kommen weitere wie 'Bleib' oder 'Platz' hinzu.

Leckerlies - die Wunderwaffe

Eine Fressbelohnung gibt es dabei aber nicht immer. Der Hund muss erkennen, dass es Belohnungen immer wieder gibt, aber eben nicht immer. Anfangs intensiver, um es dann auf hin und wieder zu reduzieren. Außerdem gibt es nur eine Belohnung, wenn der Befehl tatsächlich ausgeführt wird.

Wichtig bei diesem Zusammenspiel in der Haltung ist Konsequenz. Führt der Hund einen Befehl nicht aus, darf man nicht aufgeben. Der Befehl muss ausgeführt werden. Andernfalls lernt der Hund, dass er damit durchkommt.

Wichtig bei allen Hunden sind auch die Phasen des Heranwachsens. Sie sind von Prägung, Sozialisierung, Austesten der Grenzen und endgültige Einordnung in die Rudelposition geprägt.

Die Pflege von Collies

Die Pflege bildet für viele Menschen, die noch keine Erfahrungen mit Collies besitzen, bei der Haltung den überraschend geringsten Anteil. Alle zwei Wochen wird der Hund gebürstet. Einzig im Nacken und an den Läufen neigt das Fell zum Verfilzen und sollte täglich kurz gebürstet werden.

Heranwachsende Hunde, Rüden und Hündinnen

Vom Welpen zum adulten Collie

Welpen sind Babys, die noch nicht stubenrein sind. Um sich lösen zu können, müssen sie regelmäßig alle paar Stunden - auch nachts - nach draußen. Macht der Hund dennoch in die Wohnung, zeigt man durch erhobene Stimme, dass das nicht in Ordnung war.

Das Tier über einen längeren Zeitraum (Stunden) zu ignorieren, hilft ebenfalls in vielen Situationen. Hineindrücken oder dergleichen macht man nicht, es hilft auch nichts, da der Collie nur Angst von seinem Halter bekommt.

Mit der Zeit werden die Abstände länger bis zum nächsten Spazierengehen zum Lösen. Bei der Hundehaltung ist es zudem wichtig zu beachten, dass Hunde die erste Stunde nach der Fütterung Ruhe haben sollten, anschließen kann man dann zum Geschäft verrichten gehen.

Die Haltung von Rüden und Hündinnen

Wie bei allen Hunden gibt es auch hier Unterschiede. Hündinnen sind ruhiger, außerdem auch besser bei der Sozialisierung mit anderen Hunden. Dem gegenüber sind Rüden etwas aufbrausender und temperamentvoller.

Collie-Hündinnen bekommen ab dem ersten Lebensjahr mit Geschlechtsreife wie alle Hunde zwei Mal im Jahr ihre Hitze. Sie sind dann unbedingt von Rüden fernzuhalten, soll sich kein Nachwuchs einstellen. Inzwischen gibt es auch Hundehöschen, um nicht alles mit Blut zu verschmieren.

Welpen- und Hundeschule

Ein wichtiger Bestandteil der Haltung sind Welpen- und Hundeschulen. Hier kann nicht nur die richtige Haltung vom Collie vertieft werden, sie dienen dem Hund auch zur Sozialisierung mit anderen Hunden. Darüber hinaus gibt es in vielen Hundeschulen Arbeit und Hundesport wie Obedience oder Agility. Collies können sich schnell dafür begeistern, da sie ja als Hütehunde Arbeitshunde sind.

Das Halten anderer Collies

Die Haltung von Shelties

Das Halten eines Shelties, auch Shetland Sheepdog oder Miniature Collie, weicht nicht stark von dem eines 'großen' Collies ab. Die kleinsten aller Collies benötigen dieselbe Aufmerksamkeit wie die großen Vettern. Einzig wäre anzumerken, dass bei Shelties Vorkehrungen zu treffen sind, welche die Bellfreudigkeit von Anfang an in die gewünschten Bahnen lenken.

Das Halten von Bearded Collies

Bearded Collies - oder Beardies - sind ebenfalls ähnlich wie die anderen Collies. Allerdings können sie noch einen Tick anhänglicher als andere Collies sein. Gegenüber den herkömmlichen Collies benötigen sie jedoch eine täglich sehr kurze (rund 5 Minuten) sowie eine etwas längere wöchentliche (ca. 30 Minuten) Fellpflege. Wird das gesamte Fell wöchentlich gebürstet, sind es täglich die zum Verfilzen neigenden Partien hinter den Ohren und im Nacken.

Border Collies

Zu den Border Collies haben wir ausführlich unter der Hundebeschreibung 'Border Collies' zur Haltung geschrieben, da das Halten wirklich eine anspruchsvolle Aufgabe ist und nicht mit der anderer Collies zu vergleichen ist.

Collies in der Familie

Collies und Kinder

Collies sind ausgesprochen kinderfreundliche Hunde. Allerdings gilt wie bei jeder anderen Hunderasse auch: Kinder und Hunde niemals unbeaufsichtigt miteinander spielen lassen! Außerdem: Spielzeug, das dem Kind gehört, ist tabu für den Hund. Andersherum aber genauso.

Außerdem braucht der Hund für eine artgerechte Haltung ein Rückzugsgebiet, seine Ruhezone. Während des Fressens braucht der Collie ebenfalls seine Ruhe.

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