Anforderungen an Collie-Züchter

Ist die Begeisterung für die Anschaffung eines Collies erst einmal entflammt, will der zukünftige stolze Hundebesitzer natürlich seinen Welpen so schnell wie möglich.

Dabei werden gerade hier die Weichen in ganz besonderer Weise gestellt.

Auf den Preis zu achten, ist gar einer der schwersten Fehler, der geschehen kann. Die Auswahl des richtigen Züchters ist extrem wichtig.

Die Anschaffung eines Collies

Anforderungen an den Züchter

Hunde züchten bedeutet wesentlich mehr, als seine Hunde zu paaren, um dann die Welpen eines Wurfs schnell wieder zu verkaufen, damit die 'Zuchthündin' schnellstmöglich wieder gedeckt werden kann. Keinesfalls sollten Tiere auf dem Autobahnparkplatz mit osteuropäischer Herkunft gekauft werden. Genau hier handelt es sich oftmals um dieses Vorgehen.

Bei der Zucht spielen wesentliche Faktoren eine tragende Rolle. Nicht jede Hündin kann von jedem Rüden gedeckt werden. Grundsätzlich werden Wesen und Charakter der infrage kommenden Zuchttiere eingehend beleuchtet. Darüber hinaus spielt die gesundheitliche Komponente eine enorme Rolle.

Werden nicht füreinander geeignete Tiere gepaart, sind große Probleme wie genetisch bedingte Erbkrankheiten nahezu vorprogrammiert. Explizit bei Rassehunden ist das ein erheblicher Faktor, der die Zuchtfähigkeit gewährleistet. Die durch die Verbände zur Zucht freigegeben Zuchttiere müssen besondere Kriterien erfüllen, doch selbst hier sind Erbkrankheiten nicht völlig auszuschließen.

Ausschließlich Tiere von anerkannten Züchtern

Daher sollten ausschließlich Collie-Welpen von vom VDH anerkannten Züchtern erworben werden. Natürlich ist eine solche Zertifizierung noch lange kein Garant dafür, dass ein Züchter tatsächlich ausschließlich das verantwortungsvolle Züchten im Sinn hat. Daher sollten Hundezüchter genau studiert werden.

Ein verantwortungsvoller Collie-Züchter hat kein Problem damit, seinen Kunden das Zuchtumfeld zu zeigen. Außerdem kann er auch die Ahnenreihe nahtlos dokumentieren - teilweise bis zu den Urgroßeltern in 5. Generation oder noch weiter. Mindestens muss er das bis zu den Großeltern.

Ein besonnener Züchter wird von sich aus alles offen legen und seine Tiere stolz präsentieren. Schon wie das Verhältnis der Hunde des Züchters zu ihm und seinem Umfeld gelagert ist, gibt umfangreich Aufschluss über einen Züchter. Dazu gehört beispielsweise, wie die Hunde leben (bei der Familie, ausschließlich in Zwingern), gibt es genug Freilaufflächen - haben die Tiere einfach ein glückliches Collie-Leben.

Das Verhalten der Collies beobachten

Insbesondere sollte das Verhalten der Tiere beobachtet werden, ebenso wie gesundheitliche Probleme der Zucht-Collies. Der VDH hat Richtlinien für Hundezüchter, die online einsehbar sind. Diese Richtlinien sollten allesamt von professionellen und verantwortungsbewussten Züchtern eingehalten werden.

Ebenso zeichnet sich ein guter Züchter dadurch aus, dass er seinerseits auch dem Käufer zahlreiche Fragen stellt und bei dann sich nicht als optimal für den Hund zu bewertenden Umständen auf den Verkauf an den Interessenten verzichtet. Oft entsteht aber sogar zwischen Züchtern und deren Kunden eine innige Beziehung.

Das Internet zur Recherche nutzen

Das Internet bietet nicht nur die Möglichkeit, sich über Hunderassen ausgiebig zu informieren. In einschlägigen Foren und Blogs tauschen sich andere Hundebesitzer über ihre Erfahrungen aus. Züchter sind hier ein großes Thema.

Allerdings stammen viele Foren und Webseiten von Züchtern selbst. Es ist also ratsam, auf mehreren und neutralen Seiten Informationen zu sammeln.

Schaulinien und Leistungslinien

Die Züchter lassen sich zudem in zwei bis drei Gruppen unterteilen: diejenigen, die Familienhunde anbieten und für die auch das Aussehen der Tiere sehr wichtig ist, die aber dennoch auch die Hüteeigenschaften berücksichtigen (Unterscheidung zwischen Schau- und Leistungslinien).

Es ist die eindeutig größere Gruppe, da die Verwendung von Hunden als Gebrauchshunde stark rückläufig ist.

Eine negative Auswirkung kann dabei sein, dass die zuvor wichtigen Eigenschaften der Collies, auf die die Züchter für Hütehunde großen Wert gelegt haben, nicht ausschlaggebend sind für einen Züchter und er rein auf Schaulinien setzt.

Man muss sich diese Eigenschaften wie eine Kettenreaktion vorstellen. Ist ein Züchter ausschließlich auf das Aussehen bedacht, fehlen irgendwann einzelne Kettenglieder - die Kettenreaktion läuft falsch. Besonders Bearded Collies sind hier anfällig.

Die Leistungszucht

Dem stehen Collie-Hütehundezüchter mit der Leistungs- und der Körzucht gegenüber. Die sind immer mehr anzutreffen. Sie haben es sich auf die Fahnen geschrieben, Rassen wie den Collie so zu erhalten, wie sie ursprünglich gezüchtet wurde, nämlich als Hüte- und Arbeitshund.

Dennoch wird nicht jeder Welpe ein guter Hütehund und unter Umständen der Schaulinie zugeordnet. Solche Tiere können besonders geeignet sein, da die Züchter die Zuchtkriterien berücksichtigen, die seit Jahrhunderten für eine Rasse gelten können.

Anforderungen an die Zuchttiere

Mit den Zuchthunden darf nicht 'am laufenden Band' gezüchtet werden. FCI und VDH Mitglieder erklären, die hier getroffenen Regeln der Verbände zu akzeptieren. Demnach müssen Zuchthündinnen bei Collies mindestens 15 Monate alt sein und dürfen ab dem 8. Lebensjahr nicht mehr gedeckt werden. Es ist sinnvoll, die Ahnentafeln zu vergleichen, denn alle Würfe müssen hier eingetragen werden.

Jedoch gilt es anzumerken, dass Hündinnen mit einem Alter von 15 Monaten noch nicht vollständig ausgewachsen sind. Ein verantwortungsvoller Züchter wartet länger. Außerdem muss sich die Hündin regenerieren können.

Daher sollte sie höchstens alle zwei Jahre gedeckt werden. An Rüden bestehen keine speziellen Anforderungen in Bezug auf das Alter oder die Häufigkeit des Deckungsaktes.

Die Anforderungen an einen Collie-Welpen

Natürlich müssen auch an die Collie-Welpen gewisse Anforderungen gestellt werden. So müssen sie das gesetzlich vorgeschriebene Mindestalter (8 Wochen) erreicht haben, bevor sie aus der Hand gegeben und vom Muttertier getrennt werden. Ein Alter von 10 bis 12 Wochen ist sogar noch besser. Außerdem muss ihnen der ID-Chip bereits implantiert worden sein.

Dann sollten die Tiere sämtliche Impfungen erhalten haben, die aus tierärztlicher Sicht in diesem Alter erforderlich sind. Dazu gehören selbstverständlich auch Wurmkuren. Zudem sollte auch geklärt werden, welches Futter die Welpen bisher zum Fressen bekamen. Der neue Hundebesitzer sollte diese Sorte entweder weiter füttern oder behutsam umstellen.

Zu dem Welpen müssen dem Käufer zahlreiche Dokumente ausgehändigt werden: die Ahnentafel und die VDH-Dokumente mit Impfpass. Der Preis bewegt sich zwischen 700 und 1.000 Euro je Welpe.

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